Feedback
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"Feedback ist kein Urteil, sondern ein Geschenk."
Christian Portmann
Berater Kommunikation Kultur

Feedback wird sich gewünscht – und ist trotzdem kaum gelebt.

"Darf ich dir ein Feedback geben?"

Kaum ein Satz löst so unterschiedliche Gefühle aus. Die einen freuen sich auf eine ehrliche Rückmeldung. Andere gehen innerlich sofort in die Verteidigung. Dabei entscheidet nicht das Feedback selbst über seine Wirkung – sondern die Kultur, in der es stattfindet.

 

Die Haltung

Eine gesunde Feedbackkultur ist weit mehr als ein Führungsinstrument. Sie ist die Grundlage für Kommunikation auf Augenhöhe. Dort, wo Menschen offen miteinander sprechen dürfen, entsteht Vertrauen – und Vertrauen ist die Basis für erfolgreiche Unternehmen, funktionierende Teams und gelingende Beziehungen.

 

Was ich sehe

Ich sehe Feedbackkultur, die sich alle wünschen – und die trotzdem kaum stattfindet.

Ich sehe Konflikte, die nicht entstehen, weil Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Sie entstehen, weil Erwartungen unausgesprochen bleiben und sich Ärger über Wochen und Monate anhäuft, bis er sich entlädt.

Und ich sehe: Rückmeldung wird oft erst dann gegeben, wenn etwas schiefläuft. Wenn alles gut läuft, bleibt es still. Genau dieses Schweigen wird häufig falsch verstanden: "War das wirklich gut? Habe ich die Erwartungen erfüllt? Hat das überhaupt jemand wahrgenommen?"

 

Lob gehört genauso dazu

Wenn wir von Feedback sprechen, denken die meisten sofort an Kritik. Dabei ist positives Feedback mindestens genauso wichtig – und keine Nettigkeit, sondern Führung.

"Deine ruhige Art im Kundengespräch hat heute entscheidend dazu beigetragen, dass wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben." Ein Satz wie dieser zeigt nicht nur, dass etwas gut war. Er erklärt auch, warum – und gibt damit Orientierung, was wiederholt werden soll. Genau das ist Stärken stärken in der Praxis.

 

Gute Feedback-Geber

  • Beobachtungen statt Personen beschreiben. Nicht "Du bist unzuverlässig", sondern: "Mir ist aufgefallen, dass die Offerte zwei Tage später verschickt wurde als vereinbart."
  • Den richtigen Zeitpunkt wählen. Ein Gespräch unter vier Augen wirkt respektvoller als Kritik vor anderen.
  • Mit positiver Absicht formulieren. Die Frage sollte immer sein: Hilft dieses Feedback der anderen Person wirklich weiter?

Gute Feedback-Nehmer

  • Zuerst zuhören, dann antworten. Wer sofort argumentiert, verpasst möglicherweise eine wertvolle Erkenntnis.
  • Nachfragen statt interpretieren. So lassen sich Missverständnisse vermeiden.
  • Nicht jedes Feedback übernehmen – aber jedes prüfen. Unterschiedliche Perspektiven helfen, den eigenen blinden Fleck zu erkennen.

 

Sicherheit als Voraussetzung

Offen gesprochen wird nur dort, wo es sich sicher anfühlt. Und diese Sicherheit ist ungleich verteilt: Je höher jemand in der Hierarchie steht, desto grösser ist meist die Freiheit, Dinge offen anzusprechen – und desto kleiner die Angst vor Konsequenzen. Umso wichtiger ist es, dass gerade Führungspersonen aktiv Räume schaffen, in denen sich auch andere trauen, ehrlich zu sein.

Wer Kommunikation, Werte, Fehlerkultur und Feedback bewusst zusammen denkt, stellt sich zwangsläufig die nächste Frage: Wie geht man das in der Praxis konkret an? 

Mehr dazu auf der Seite "Wie ich arbeite".

Wie wärs mit einem ersten Austausch zum Thema Feedback?
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Christian Portmann
Berater Kommunikation Kultur